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Der 1. Europäische Fachkongress Solarien und Besonnung war mit den kongresstypischen Aufs und Abs ein voller Erfolg.
Etwa 250 Mitglieder der Solarienbranche erlebten einen sonnen-warmen Tag im Europapark Rust mit Foren, Diskussionen und Veranstaltungen, die zumal am Anfang und am Ende die Zuhörer von den Stühlen rissen.
Bundesumweltministerium mahnt und lockt
Der Tag begann schon früh nach der Begrüßung durch den Photomed-Vorsitzenden, Dr. Norbert Schmid-Keiner, mit dem ersten Highlight: Dr. jur. Karl Eugen Huthmacher, Ministerialdirigent im Bundesumweltministerium fasste den Stand der Entwicklung nach dem ?Blitz aus Brüssel? pointiert und sachlich zusammen. Dabei liess er keinen Zweifel an der ?Irritation? der Politik über das ?unakzeptable? Resultat der Zertifizierung bis dato und dem Willen der politischen Instanzen, darauf energisch zu reagieren.
Trotz drängender Forderungen aus weiten Kreisen der Öffentlichkeit nach einer staatlichen Zwangsregulierung, sei man bereit, noch einmal einen letzten Versuch zu machen, freiwillige Standards durchzusetzen. Darauf seien alle Beteiligten, also auch Krebshilfe und ADP, verpflichtet. Die kurzfristige und kaum begründete Absage beider Organisationen zur Beteiligung am anschliessenden ?Roundtable? ließen allerdings im Saal erste Zweifel aufkommen.
?Die Branche ist kein verläßlicher Partner der Politik?, so beschrieb Dr. Huthmacher die Grundstimmung in weiten Teilen der Politik, fügte dann aber hinzu:?Wir sind nicht dieser Meinung?.
Was kommt auf die Branche zu?
Nach der Empfehlung der LVD ADCO (wir haben darüber ausführlich berichtet) und dem Auftrag der Kommission an die CENELEC zur Änderung der ?Euronorm? werde die O,3W/m2-Regelung in deutsches Recht übernommen (GPSG und 1. GPSGV) und trete am 23.07.07, also nach einer sechsmonatigen Frist, in Kraft.
Danach wird es nicht mehr möglich sein, Geräte mit höheren Bestrahlungsstärken ?in Verkehr zu bringen?.
Jugendschutz, Altgeräte, Bestandssicherung zertifizierter Studios
Nach dieser klaren Regelung bleibe für die Politik noch in drei Problemfeldern Lösungen zu finden:
Damit erhalten die Studios sowohl eine großzügige Vorbereitungsszeit als auch eine kaum erwartete Investitionssicherheit, wenn sie sich zertifizieren lassen. Der einzige Wermutstropfen in diesem an sich erfreulichen Szenarium bleibt die Unsicherheit bei den Altgeräten, denn weder für eine Altgeräte-Regelung, egal auf welcher politischer Ebene, noch für die Ergänzung der Jugendschutzgesetze konnte Dr. Huthmacher den Zuhörern eine Zeitperspektive bieten.
(Die Folien zum Vortrag von Dr. Huthmacher können hier heruntergeladen werden)
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Viele Fragen - und einige blieben offen
Der Appell ?Zertifizierung jetzt!?, gewürzt mit der leisen Drohung: ?Wer sich jetzt nicht zertifiziert, der steht am Pranger!? fand in der Halle ein durchweg positives Echo, das sich in vielen Fragen und sachlich-freundlichen Antworten des Referenten niederschlug - lange über die angesetzte Zeit hinaus.
In der anschliessenden Podiumsrunde versuchten die Vertreter der Branche erst garnicht, Versäumnisse der Vergangenheit zu überspielen. Tatsächlich zeigte sich eine so wohl noch nie dagewesene Einmütigkeit über die Notwendigkeit der Zertifizierung.
Einigermassen beschämend für die Branche, dass Dr. Huthmacher Kritiken und Forderungen nach einer angemessenen Durchsetzung der Marke ?Zertifiziertes Sonnenstudio? in der breiten Öffentlichkeit mit dem Hinweis auf die Eigenverantwortung der Branche und - ausgerechnet - auf die bereits angelaufene Kampagne von Krebshilfe und ADP kontern konnte. Darüber hinaus engagiere sich das BMU gemeinsam mit allen Beteiligten am Runden Tisch für die Zertifizierung, z.B. in einem für Ende Mai geplanten Mailing an alle Sonnenstudios und möglicherweise auch mit Aktonen in der Öffentlichkeit.
Positiv und nachdenklich
Die Reaktionen des Publikums im Saal liesse sich mit ?positiv nachdenklich? beschreiben.
Nach diesem gelungenen Einstieg in den Kongress verteilten sich die Teilnehmer auf die zwei angebotenen ?Themenstränge?. Dass die Veranstalter hier das richtige Gespür für die Bedürfnisse der Teilnehmer hatten, zeigte sich an der ausgewogenen Verteilung auf diese beiden ?Stränge?.
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In zwei ?Foren?, beide mit vollbesetzten Sälen, wurde der Kongress nach dem ?politischen? Teil fortgesetzt.
Service + Differenzierung = Kundenbegeisterung
?Wir wollen begeisterte Kunden!? Unternehmensberater Kay Wiethold forderte die Teilnehmer nicht nur auf, die ?Service-Führerschaft? anzuzielen sondern arbeitete mit dem lebhaft mitgehenden Publikum auch die praktischen Konsequenzen dieser Forderung ab.
(Die Folien zum Vortrag von Kay Wiethold können hier heruntergeladen werden).
Die Nähe zum Kunden - Der Kunde in der Nähe
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Effiziente Kundenansprache ohne Streuverlust, auch auf lokaler und regionaler Ebene, das ist das Versprechen des Geomarketing. Wie aus der gesichtslosen Menge durch gespeicherte Daten über Gewohnheiten und Vorlieben der ?gläserne Sonnenstudio-Kunde? wird, das demonstrierte Ralph Methling von Methling & Partner GmbH und Betreiber des SunClub - und seine gespannten Zuhörer beschlich ein leises Gefühl von ?Big Brother?.
In den Pausen blieb reichlich Gelegenheit für Gedankenausstausch unter den Teilnehmern und mit den Referenten. Für alle, die sich nur einen Tag Zeit genommen hatten, auch die Gelegenheit, die Wunderwelt des Europaparks zumindest anzuschnuppern.
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Konzentration auf das Wesentliche - Mit Strategie zum Erfolg
Axel Sauer, Geschäftsführer der Agentur proTermin.de, ermutigte das Publikum, sich zum Besonderen, zum Luxus und damit auch zur Hochpreisigkeit zu bekennen. Nur so sei der ?ambivalente Kunde? zu gewinnen. Eine Strategie übrigens, die an diesem Tag noch häufger angeprochen wurde. Mit konkreteren Beispielen wären die richtigen Einsichten noch besser rübergekommen.
(Die Vortagsfolien von ProTermin können hier heruntergeladen werden)
Jugend, Körperkult und Gesundheitsbewusstsein
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Ein Wiener aus Hamburg brachte dann das Publikum mit Wiener Schmäh und faszinierenden Trendausblicken in heitere Wallung. Bernhard Heinzlmann, Geschäftsführer der Trendagentur T-Factory entschlüselte für seine begeisterten Zuhörer den Verhaltens-Code einer jungen Generation, die ihr Selbst-Bewusstsein über das Styling und die Pflege der - gesunden - Körper definiert. In den Unsicherheiten und Undefiniertheiten einer sich zunehmend ?virtualisierenden? Welt ist der Körper für viele junge Menschen der einzige verbliebene Anker in der Realität.
Die Bedeutung dieses Trends - ?Was wir sehen ist erst der Anfang?, so Heinzlmann - für die Besonnungsbranche und ihre Selbstdefinition liegt auf der Hand. Bei allem Heinzlmann`schen Amüsement steckt in dieser Botschaft jede Menge Anstoß zum Nachdenken weit über den sonnigen Kongress-Tag hinaus.
Kunden und (Zusatz-)Verkauf: Anti-Ageing und Nahrungsergänzung
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Im 2. Kongresstrang ging es beim Vortrag von Sylvia Schubert-Hänel um Zusatzgeschäfte für Sonnenstudios, insbesondere um Antioxidantien, die vor Anlterungsprozessen der Haut durch UV-Schäden vorbeugen sollen. Hilfe versprechen hier bestimmte Nahrungsergänzungsmittel.
Schubert-Hänel erläuterte die Rolle der zerstörerischen ?freien Radikalen? und der helfenden Antioxidantien im Zusammenahng mit Anti- Ageing. Ob hier für die Studios Chanden für ein (Neben-)Geschäft liegen könnte, wurde von den ganz überwiegend weiblichen Zuhörern sehr unterschiedlich beurteilt.
Mitarbeiter-Schulung als strategische Investition und Imagepflege
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Persönliche Ausstrahlung, der Schlüssel zum Erfolg auch im Sonnenstudio, ist lernbar. Das die Botschaft von Angelika Weiß, Trainerin mit langer Theaterpraxis und eigener Firma (The.Lab art & media).
Einen schweißtreibenden aber immer spannenden Kongress-Nachmittag lang demonstrierte sie an ganz einfachen Beispielen, wie wichtig Körpersprache und Stimme für einen positiven Eindruck sind. Übungen zu einem ?neutralen Gang?, Stimmübungen auf dem Weg zur eigenen, natürlichen Stimmlage und den Einsatz beider im Gespräch mit dem Kunden. Ziel: Sicherheit und Souveränität im Kundenumgang.
Die Zuhörer folgten diesem Doppel-Vortrag von Anfang bis Ende engagiert und aufmerksam, umso mehr als die vielen kleinen Tipps und manche Umgangsformen mit dem Kunden leicht geübt und schnell gelernt werden können.
Kunden wollen verführt und nicht versorgt werden!
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Die Branche muss sich radikal verändern, wenn sie wieder Boden unter die Füße bekommen soll. Dieser überraschend einmütige Tenor der gesamten Kongress-Veranstaltung drückte sich auch und besonders klar aus in den Thesen von Daniela Jopp, Ausbildungsleiterin für die Sonnenstudios der ?Trendsetter?-Gruppe.
Der Wandel vom ?Bräunen? zum ?Gesunden Sonnen? führt und gelingt nur über eine umfassende Mitarbeiter-Qualifikation, so ihre mit vielen Bespielen und Anregungen gespickte Aussage. Verantwortlich dafür seien die Studio-Betreiber. Und an die richtete sich denn auch der Appell der Referentin.
Der Saal rockt, die Halle bebt! Motivation ist alles!
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Die Wiedervereinigung des Kongresses im großen Konferenzsaal unter Stabführung des unwiderstehlichen Dirigenten Jörg Löhr, Motivationstrainer von Nationalmannschaften und Top-Management-Teams, bildete den krönenden Abschluss den Kongresses.
Das Energiebündel Löhr riss mit seiner Live-Demonstration von Motivation und Leidenschaft die begeistert mitgehende Halle auch noch nach einem langen und heissen Kongresstag zu Beifallsstürmen hin.
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Eines langen Tages Reise in die maurische Nacht
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Der Sommertag im April klang dann für die meisten Kongressteilnehmer maurisch aus: Ein Gala-Diner begleitet von spanisch-maurischer Musik und gefolgt von einer zauberhaften Show mit Gauklern, Artisten und TänzerInnen - es wurde noch ein langer Abend.
Insgesamt eine Kongressveranstaltung, die lange in Erinnerung bleiben wird.
Auf Wiedersehen beim 2. Fachkongress Solarien und Besonnung (Photomed-Kongress) 2008!
Weitere Berichte vom Kongress und laufende Infos über die Vorbereitungen auf den Photomed-Kongress 2008 auf:
http://www.photomed.de/photomed_aktuelle_meldungen.html
Sämtliche Fotos:
Claudia Hahn
Grafik ? Illustration ? Fotografie